Im September 2025 wurde aus einem ausrangierten DHL-Transporter ein neuer, überraschender Ort: die Geheimrats(str)ecke – ein mobiler Friseursalon auf Rädern.
Was früher Pakete durch die Stadt transportierte, fährt heute als kompakter, autarker Arbeitsplatz durch Berlin und darüber hinaus. Der Innenraum wurde auf wenige Quadratmeter verdichtet und so umgebaut, dass alles da ist, was es für echtes Handwerk braucht: ein Spiegel, Wasseranschluss, Stromversorgung und Stauraum für Schere, Pinsel und Werkzeuge.
Projektdaten
Bauherr:innen
Geheimrats(str)ecke
Standort
Berlin
Nutzung
Friseursalon im Lieferwagen
Größe
NF - 9 qm
Fahrzeug
Iveco Daily, Radstand 3.750 mm, Zul. Gesamtgewicht 3,5t
Konstruktion
Außenwände aus starken Kunststoff-Spezialplatten,
in Aluminium-Profile eingefasst
Im Zentrum des Projekts stand eine einfache, aber grundlegende Frage: Wie kann Handwerk mobil werden, ohne seine Qualität und Intimität zu verlieren?
Die Antwort ist ein kleiner, beweglicher Raum, der nicht an einen festen Ort gebunden ist. Die Geheimrats(str)ecke taucht dort auf, wo Menschen sind – auf Märkten, bei Veranstaltungen oder direkt in der Nachbarschaft. Sie wird so zu einem Ort der Begegnung, der Pflege und eines leichten Moments im Alltag: ein Friseursalon, der kommt, statt dass man zu ihm geht.
Was früher ein dunkler, geschlossener Kasten war, hat sich durch gezielte Eingriffe deutlich verändert. Neue Fensteröffnungen bringen Licht und Bezug nach außen. Die Wände wurden gedämmt und mit einer Holzverkleidung neu gefasst. Ein Linoleumboden ergänzt den Innenraum und schafft eine ruhige, widerstandsfähige Oberfläche. Zwei Solarpaneele auf dem Dach erzeugen eigenen Strom und unterstützen eine ressourcenschonende Nutzung des Friseursalons.
Wer in das Leben von Nils Bork eintauchen will, kann auch in der taz lesen: taz – Der Hausbesuch.