Die Sanierung eines Wohnensembles aus den 1960er Jahren transformiert Bustaldea in ein offenes, nachhaltiges Quartier. Bestehende Strukturen bleiben erhalten und werden durch gemeinschaftliche Grünräume, neue Nutzungen und ergänzende Bauten zu einem vernetzten, dorfähnlichen Lebensraum weiterentwickelt.
Projektdaten
Auslober:in
Europan 18
Standort
Bustaldea, Vitoria-Gasteiz
Nutzung
Wohnen mit Gemeinschaftsräumen
Ziel
Reaktivierung des Wohnensembles zu einem lebendigen Quartier mit hoher Aufenthaltsqualität, Gemeinschaft und Landschaftsbezug
Konstruktion
Bestand in Mauerwerk, Neubau in Holztragwerk
Bearbeitungszeit
Mai - Juli 2025
Leistung
Wettbewerbsbeitrag
Team
de lut architektur, Jurado Architecture, Jorge Gomez
Konzept
Das Konzept versteht Bustaldea als einen verbindenden Stadtbaustein zwischen der Stadterweiterung von Vitoria-Gasteiz und dem historischen Kern von Aretxabaleta. Aus dem bestehenden Wohnensemble wird ein dorfartig strukturiertes Quartier entwickelt, das stark von Grünräumen, gemeinschaftlichen Flächen und einer engen Verknüpfung von Natur, Wohnen und Alltag geprägt ist.
Architektonische Haltung
Die vorhandenen Gebäude bleiben als Grundstruktur erhalten und werden durch neue Wege, Plätze und grüne Verbindungen ergänzt, wodurch die Zwischenräume zu aktiven gemeinschaftlichen Räumen werden. Zusätzlich erweitern ein neuer Wohnbau und ein Bildungszentrum das Quartier und fördern eine Mischung aus Wohnen, sozialen Funktionen und produktiven Nutzungen.
Die Architektur greift regionale Bautypologien (caseríos) auf und interpretiert sie zeitgemäß (z. B. Satteldächer, Gemeinschaftsterrassen). Das Gewächshaus auf den Dächern setzt ein starkes Symbol für ökologische und soziale Erneuerung.
Wohnungstypologien
Die bestehenden Wohnnutzungen werden erhalten und neu organisiert, um eine vielfältige, flexible und zugängliche Wohnstruktur zu schaffen. Ein ergänzender Servicebereich mit Bädern, Küchen und technischen Installationen unterstützt die Umgestaltung der Grundrisse und ermöglicht unterschiedliche Wohnformen.
Es entstehen verschiedene Wohnungstypen für Studierende, Einzelpersonen, Paare, Familien und barrierefreies Wohnen. Die Wohnungen sind flexibel anpassbar und können sich im Laufe der Zeit verändern. Terrassen können teilweise geschlossen und als zusätzlicher Wohnraum genutzt werden, während große Fenster für Licht und Belüftung sorgen.
Nachhaltigkeit
Der Eingriff setzt auf eine minimale, nachhaltige Transformation des Bestands. Bestehende Strukturen werden erhalten und durch ökologische, klimaangepasste Maßnahmen ergänzt. Dazu gehören natürliche Materialien, Photovoltaik zur Energieversorgung sowie Systeme zur Regenwassernutzung für Gärten und Freiräume. Holz wird lokal eingesetzt, und großformatige Fenster verbessern Licht und Belüftung. Das Ergebnis ist ein ressourcenschonendes, komfortables und widerstandsfähiges urbanes Ökosystem.